CTH2633/3 – „Auf dem Meer der Lust in hellen Flammen …“


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Das pianopianissimo-musiktheater präsentiert Melodramen und Intermezzi von der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Das Melodrama ist eine Kunstgattung, die uns heute sehr fremd geworden ist. Unter einem Melodrama versteht man die Verbindung von gesprochener Sprache und Musik, das heißt: eine oder mehrere Stimmen sprechen oder deklamieren einen szenisch-dramatischen Text – es kann auch eine Ballade sein -, und werden dazu von einem Instrumentalensemble oder sogar einem ganzen Orchester begleitet.

Entstanden ist das Melodram zwischen 1775 und 1785. Besonders gepflegt wurde es an den deutschen Fürstenhöfen Mannheim, Darmstadt und Weimar. Eine Anzahl von Komponisten wie Georg Benda, Franz Danzi oder Peter von Winter, die heute als zweitrangig gelten, zu Lebzeiten jedoch sehr erfolgreich waren, haben zu ihrer Zeit Melodramen komponiert, die sogar von Mozart anlässlich seines Besuchs in Mannheim (1778) gelobt wurden. Bis heute überlebt hat das Melodram in der Kerkerszene von Beethovens Fidelio und in der Wolfsschlucht-Szene in Webers Freischütz.

Noch während des ganzen 19. Jahrhunderts wurden – hauptsächlich in Deutschland, Frankreich und insbesondere England – weiter Melodramen komponiert, aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es mit der Verbindung von Musik und Deklamation im Großen und Ganzen vorbei. Arnold Schönbergs monumentaler Gurrelieder-Zyklus aus dem Jahr 1902/03 und sein Pierrot Lunaire schließen die Geschichte des Melodramas ab.

Einen letzten, reichen, überaus vielgestaltigen Aufschwung nahm die Gattung des Melodrams um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Aus dieser kulturell so bedeutenden Epoche präsentiert die neueste CD des pianopianissimo-musiktheaters 12 Melodramen von acht Komponisten. Die Palette der Komponisten reicht vom frühverstorbenen Liedkomponisten Erich J. Wolff über die einst sehr erfolgreichen Opernkomponisten Franz Schreker und Max von Schillings bis zum Operettenkomponisten Oscar Straus, der zu Lebzeiten so bekannt war wie sein großer Konkurrent Franz Lehàr. Peter Pachl, der rührige Spiritus rector des pianopianissimo-musiktheaters, hatte den Mut, auch weniger bekannte Namen wie Camilo Horn, den Münchener Josef Pembauer und den Hamburger Sinfoniker Heinrich Sthamer mit heute vergessenen Werken auszugraben und auf die Programmliste zu setzen.

Kompetent unterstützt wird Peter P. Pachl, der mit Verve und spürbarer Freude deklamiert, von dem Pianisten Rainer Klaas, einem der aktuell besten deutschen Liedbegleiter, und dem Geiger Martin Haunhorst, Konzertmeister der Bergischen Sinfoniker und Primus des Artes-Quartetts.

Bestellnummer: CTH2633/3